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Des Kaiser's neuer String-Tanga
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Connaisseur_M sagt:
Was für eine Steilvorlage. Ricardo Vilalobos ist die Fabric 36 und zur Abwechslung keine Compilation, sondern ausschließlch eigene Tracks vom wohl derzeit größten Deschno-Meisters aller Klassen. Einen Tag vor der Veröffentlichung bei Amazon hatte es dort den Verkaufsrang 700! Das will wohl was heissen.
Es ist schon erstaunlich, wie jemand wie Villalobos, der mir aus den Interviews immer extrem straight und auf-dem-Boden in Erinnerung geblieben war, eine Musik macht, zu der ich - äh - also gar keinen "Zugang" habe. Erfrischend wie er trotz des Hypes um seine Person klare Statements zu allem und jedem abgibt.
Bei der Mukke hört's dann aber auf. Klar, er sagt es selber klar und deutlich, dass ein paar wenige Elemente auf 20 Minuten ausgedehnt ausreichen und alles andere unnötiger Schnickschnack ist. Also Minimal in Reinkultur.
Aber bitte meine Damen und Herren. Denken wir an die wilden 90iger Jahre zurück. Damals gab es solche Musik unter dem Genrebegriff "fiese Druffimukke" ja auch schon. Und ja, wie sich doch Geschichte widerholt: Ricardo findet es total witzig, einen Breakdown über ganze 6 Minuten hinzuziehen, der nur aus einer Zufallsverteilung eines japanischer Drumloops besteht, ohne Takt. Sehr originell.
Und natürlich braucht man auch die 6 Minuten Zeit, bis ein Gehirn, dass um 8:00 Uhr morgens immer noch in der After Hour steht, das auch gerafft um dann erkenntnistheoretisch zu verkünden "Hey alter, da is ja jetzt auch der Beat echt weg oder ist das Koks wieder Scheisse?"
In neudeutscher Rezensentensprache heisst das dann "Villalobos hat das kreative Potential der Afterhour Kultur perfektioniert". Klar, es muss Musik für jede Gelegenheit und Ziegruppe geben. Das hat auch alles seine Berechtigung und es gibt wahrlich schlimmeres. Aber es konnte noch niemand erklären, wie ausgerechnet sowas zum In-Sound erhoben wurde und mit einem solch feulletonistischen Oberernst behandelt wird, dass man sich ständig fragt: Ist das Oli Dittrich? Hape Kerkeling's "Knarrrrz" statt "Hurrrrz"? Nein es wird wohl deren ernst sein. Und so geht es weiter.
Die Tracks klickern alle in der gleichen Geschwindigkeit hin und her. Eigentlich angenehm, wenn man nicht hinhört, weil eben nichts passiert. Ab und an von acht-uhr-morgens-only-crowd haunty Vocal Schnipsel gestört. Kurzum: Nichts neues, nichts besonderes, nicht originelles. Da reizt mich da so rein gar nichts. Es faellt mir nur dauernd ein einziges Bild dazu ein:
Des Kaiser's neuer String-Tanga
Es scheinen nur alle zu druff zu sein, um genau hinzuschauen.
Anspieltipp:

Connaisseur_J:
Wenn der Vorredner alles sagt, was gesagt werden muß - in gewohnt brillianter Ausführung - was bleibt mir da noch hinzuzufügen? Auf jeden Fall mein erster Gedanke:
Track 7 auf der
Krafty Kuts ist
Minimal von
Lady Waks & Hardy Hard und da heißt es:
You call your music minimal, but me I call it simple.
Und dem ist eigentlich nichts mehr hinzuzufügen, denn auch mir fehlt der Zugang zu dieser Musik komplett. Als das Ding das erste Mal lief dachte ich mir auch immer "Wann geht's denn los, verdammt?".
Aber das geht weder los noch ab, noch geht es überhaupt.
Ich verstehe den Reiz nicht und wer möchte, der möge glücklich damit werden. Und ich, ich möchte mich nicht länger damit beschäftigen und lasse Bilder sprechen:
Hört, hört!