Was ist das jetzt mit den alten Erinnerungen? Na also ich war gleich am schwelgen und schluchzen. Keine Ahnung, welches der Elemente dieser Musik (Bässe spielen eher die Rolle eines Lead-Instrumentes, oft Breakbeats, keine loop-Tracks, sondern immer "Songs" mit Soundtrack-Charakter, Chiptune Träller-Melodie Ästhetik, Breakdowns, ...) einen das sofort erkennen lässt, aber ich fühlte mich wieder in die Kindheit zurückversetzt, in der wir die Weihnachtsfeiertage oft in Skandinavien auf allerlei "Demo-Partys" verbracht haben und auf der Großleinwand eine Demo nach der anderen genossen haben (
so war das damals, Kinder). Hach.
Manche Tracks klingen allerdings einen Tick zuu "oldschool". Techno-Verständnis 1992 (04. Liberation). Eine ziemlich bunte Mischung. paniq zeigt an vielen Stellen, dass er eine gute Hand für eingängige Pop-Melodien hat (I lie awake), auch wenn diese vielleicht erst beim zweiten Hören deutlich werden.
Dieses Album sei jedem zwecks Horizont-Erweiterung ans Herz gelegt!
Das schöne an überhaupt keine Ahnung haben ist, dass man auch überhaupt keine Erwartungen hat. So im Gegenteil zu jetzt kaufe ich mir eine CD von soundso oder diesen oder jenen Sampler. Einziger Hinweis zu
paniq war, dass es sich um elektronische Mukke handelt die einem unter Umständen "gut reingehen" könnte. Aha.
Also rein das Ding und erstmal Verwirrung: Ist dies die richtige Zeit und der richtige Ort? Soll das tatsächlich so sein? Gibt es solche schleppende, stampfende Technobeats also noch. Und mal ganz unter uns die
4. Liberation erinnert im ersten Moment doch fast ein wenig an Gabba. Und ich weiß nicht wieso dem Kollegen das jetzt zu "oldschool" ist, ich finde der Track passt super in unsere momentane RMB Diskusssion & ist an Adventssamstagen in vollen Fußgängerzonen eine echte Bereicherung.
Die Titel 2 bis 5 sind also in jedem Fall eine Reise zurück, aber interessant ist, dass sich das Album damit nicht zufrieden gibt und nicht nur Reminiszenzen sondern auch Zukunftsweisendes bereit hält. Denn die Mischung aus minimalen Elektrobeats, Gesang und Gitarren ist zwar mitnichten neu, hat aber noch nie so geklungen wie in
11. I lie awake / Der Sturz was nicht zuletzt am guten deutsch englischen Text liegt.
Manchmal tobt in mir ein Krieg
wo Dunkelheit mich übermannt
vermeintlich Böses überwiegt
schon oft bin ich davon gerannt
mitunter habe ich mich ergeben
und stürzte mich mit aller Macht
jedoch vertrauend auf mein Leben
hinab in diesen tiefen schacht
und immer war es ungefährlich
weil mich der Fall mit Leben füllte
Also mal wieder nichts einfaches aber ein Album, das zu entdecken sich lohnt! Anhören, Anhören, anfreunden!
Hört, hört!