
Connaisseur_J sagt:
Das Jahr fängt mit viel zu tun an. Der Kollege M. ist -für mich sehr überraschend- unter die Handwerker gegangen und ich schreibe an einer Arbeit über humanitäre Interventionsethik. Und viel zu tun bedeutet immer wenig neue Musik. Und viel zu tun bedeutet immer wenig schreiben. Es läuft Musik, aber wenn der Tag dann mal dem Abend Platz gemacht hat, ist die Eloquenz schon längst schlafen.
Aber Thao ist für mich eine Abwechslung, nicht nur musikalisch. Und die positiven Gefühle, die ich für diese Scheibe hege sind Neuland. Denn es handelt sich hierbei um klassisches Singer/Songwriterterrain, das ich sonst nur sehr widerwillig und schon gar nicht unvoreingenommen betrete. Zumal sich mir bei dem Hype um dieses Genre, das Folk Comeback und seine Helden schon auch immer die Frage stellt ob es nicht vielleicht doch nur ums verkaufen geht.
Aber um eines gleich vorweg zunehmen was
Thao with the Get Down Stay Down betrifft, verhält es sich wahrscheinlich wie bei den
Cold War Kids: Die Musik ist zu gut und zu eigenständig für einen Hype.
Und das wirklich interessante ist, dass es weit über ein 23-Jähriges-Mädel-mit-seiner-Gitarre-schreibt persönliche-Songs hinausgeht: Da kommen Bläsersätze zum Einsatz, überrascht ein Banjo und bieten verschiedenen Rythmen Abwechslung. Zu den Texten kann ich -obwohl die CD schon seit 2 Monaten regelmäßig läuft- nicht allzuviel sagen, denn ganz ehrlich: Ich verstehe sie nicht immer. Beeindruckt bin ich dennoch. Schöne Musik, passend zu den aufkommenden Frühlingsgefühlen. Aber nicht mein Gebiet und da mir deswegen die passenden Umschreibungen noch fehlen: Am besten mal reinhören!
Anspieltipp:
- 1. Beat (Health, Life and Fire)
Marschmäßiger Beat, Bläser, erinnert mich einmal mehr an die Cold War Kids - Supernummer
- 5. Geography
- 8. Fear and Convenience
Einfach mal die drei Nummern hören, dann ist man entweder fasziniert oder merkt, dass man nichts damit anfangen kann. Mich hat es überzeugt.

Es ist meines Erachtens ziemlich subversiv von Dir, lieber Kollege, deine - wie auch immer gearteten - Drogenexperimente hier unter der ach so hippen "Folk" Flagge zu verkaufen. Bei dem Ausdruck "
humanitäre Interventionsethik" kann es sich nur um ein Szeneinterne Umschreibung für igendwelche bewusstseins
verengenden Substanzen handeln. Anders kann ich mir deine Begeisterung nicht erklären.
Die Musik ist Unterdurchschnittsfolk und geht links rein und recht wieder raus. Und dann auch noch die ober pathetischen Ami-Kommentare auf der Webseite.
Nee, das ist amerikanischer Kulturimperialismus der finstersten Starbucks-Gutmenschen-Sorte. Und das auf unseren Leinwänden. PFFFF! Aber jeder braucht eben seine persönliche Käsetheken-CD. Und das hier ist eben deine...
In die CD reinhören:
Bei IMEEM Thaomusic
Hört, hört!