Das zweite Album hab ich mir dann seltsamerweise aber trotzdem sofort besorgt. Vielleicht hatte ich das erste Album auch einfach vergessen. Ab dem ersten Stück „Better Brother“ konnte ich auch nicht mehr von dem Album lassen und war sofort tief beeindruckt. Es reiht sich ein Starker Song an den anderen. Die Stücke sind homogen und abwechslungsreich zugleich. Madita's Stimme scheint von den Frequenzen her in meiner persönlichen Wohlfühlzone zu liegen, ich kann mich daran kaum satt hören. Das Album lief daraufhin auf absoluter Dauerrotation. Und wurde meinem Kollegen gleich zurück-aufgedrängt.
Nach zwei Monaten Pause war ich dann verwundert, weil es sich Rückblickend wie ein „best-of“ Album anhört: Viele der Stücke klingen wie Erfolgssingles und hatten sich durch die Dauerbeschallng ziemlich tief ins Unterbewusste gebohrt.
Das Loblied auf Dzihan's Soundkünste darf ich natürlich auch nicht vergessen: Es soll ja durchaus den einen oder anderen elektronischen Zeitgenossen geben, der sich bei der Produktion einer Sängerin zu einer der beiden Extreme mutiert:
1) der Erwachsene
erzählt in Interviews von „rein akustischem Sound und Harmonien“ oder dass man sich nur mit einer Akustikgitarre auf einer Karibik-Insel habe aussetzen lassen um dort mit in pensionierten Salsa Musikern über Chopin zu diskutieren.
Oft ist damit aber wohl nur gemeint, dass sich die Musik wie 80er Jahre Fahrstulpop anhört.
2) der Avantgardist
Um sich seinen credibilen Elektronik-Frickler-Ruf nicht durch eine gutaussehende säuselnde Sängerin verderben zu lassen und zu zeigen, dass er gaaaanz weit vorne und gleichzeitig gaaaanz tief im Underground verwurzelt ist, nimmt er die schlimmsten Tracks seiner Harcore-Gabba Phase und legt darunter einfach irgendwelche Vocalspuren. Damit sind ihm zwar wohlwollende Spex-Kommentare wie „
verstört schöne Pessimissmus Elektronika für deprimierte Staubsauger-Roboter des 22. Jahrhunderts“ sicher, aber anhören kann das nachher meist keiner.
Dzihan vermeidet diese Extreme gekonnt und liefert Luxustracks ab, die gleichzeitig nach vorne gehen und sich harmonisch mit der Stimme verbinden. Außerdem als echte „Songs“ arrangiert und nicht als Tracks. Zudem eignet sich das Album wunderbar über die Ungerechtigkeit dieser Welt zu klagen: Bei der Vorstellung, dass diesen Pop-Perlen der kommerzielle Milliardenerfolg natürlich verwehrt ist, gerät man unweigerlich ins Schwärmen über eine bessere Welt, in der Madita die Charts regiert.
weitere Anspieltipps:
- 1. better brother
Einmal gehört, für immer verliebt. Pop in seiner schönsten Form.
- 7. could it be
Kommentar Beispiel2
- 4. you
Ist das ein Cover? Wie unglaublich ist das?
Hört, hört!