Und die Diagnose lautet:
ICH WAR EIN NARR UND VON VORURTEILEN GEBLENDET! DENN ALLES IST WAHR!
Ich halte dieses Album für eines der bedeutendsten House Alben seit langem. Obwohl es eigentlich kein House Album ist. Und nicht mal ein Album. Und wirklich zu kurz, oft beginnen die Tracks mit ausgedehnten Intros und hören einfach abrupt auf. Und die Bassdrums wirken wirklich manchmal so, als hätte Manuel Tur sie mit spitzen Fingern angefasst und widerwillig nach Fertigstellung als Fremdkörper reingepresst.
Und trotzdem beeindruckt es wie selten: Schemenhafte Housereflektionen schimmern unter einer Wasseroberfläche aus sphärischen reduzierten Flächen und Räumen durch, Vocalfetzen wehen über die Wellen, Claps hallen durch den Wald. In Summe ergibt das einen tiefen, tiefen Deephouse-See mitten im Wald, an dem man einfach nur sitzen und reinschauen will. Passend zu diesem Bild die Froschquak-Analogien aus dem Intro des ersten Tracks. Genial, wie er durch gekonntes Weglassen Räume schafft und selbst aus den einfachsten Deephouse Klischees einen berührenden Titel nach dem anderen baut. Und vor lauter Aufbauen wirklich manchmal einfach vergisst, dass ja ein "Beat" drunter muss (In diesem Sinne ein Meisterstück: 04.
Golden Complexion)
Wer schon immer ein
Burial's untrue Album als House-Version gesucht hat, wird hier glücklich. Ein Referenzwerk in Sachen
Future-Listening-Ambient-Dub-Deephouse-Wahnsinnsalbum für Köpfe, Sessel, Sofas, Betten und andere Möbel.
Please, please believe the Hype!
Hört, hört!